Verfasst von: dawncycling | 16. April 2012

Belchenbrevet 2012

Bericht zum Belchen-Brevet (300km) am 14.04.2012

Nachdem ich den 200er Brevet auf Grund einer fiesen Virusattacke leider ausfallen lassen musste, war die Spannung und Vorfreude auf den 300er bei mir umso größer. Auch ohne die Absicht mich dieses Jahr für einen Superbrevet qualifizieren zu wollen gehören die Brevets im Frühjahr für mich zu den Highlights eines Jahres.

Die „Prüfung“ (Brevet = Prüfung) begann beim Belchenbrevet dieses Jahr schon vor dem eigentlichen Start. Der Wetterbericht sagte länger andauernden Regen und Temperaturen von unter 10° Grad voraus. Wenn man bei solchem Wetter mehrfach auf knapp 1000 Meter Höhe rauf fährt stellt das schon einen gewissen „Prüfungsstress“ an den Tagen davor dar. Trotzdem fanden sich geschätzte 60 Starter im Augustiner ein und erwiesen sich als der harte Kern der Freiburger Randonneure. Die letzten Prognosen versprachen immerhin einen trockenen Vormittag und der Himmel sah in Freiburg beim Start auch noch recht freundlich aus.

Am Start

Bei meiner dritten Befahrung dieser schönen Strecke kam schon so etwas wie Routine auf. Das Navi wurde kaum noch benötigt und die länge der Anstiege war zum Einteilen der Kräfte auch noch in Erinnerung. Wie bisher schon jedes Jahr erwiesen sich die Autofahrer auf dem Abschnitt zwischen Bad Säckingen und Sissach zu den nervigsten der ganzen Freiburger Serie. Auffällig häufiges hupen bzw. sehr dichtes überholen ist mir auf diesem, zum Glück relativ kurzen, Stück bisher jedes Jahr in Erinnerung geblieben. Eine richtige Wohltat war dagegen der Anstieg hinauf zum Bölchenhaus. Die Anspannung wanderte blitzschnell vom Kopf in die Beine und die Welt war wieder in Ordnung 😉

Aufstieg zum Belchen

Dieses Jahr verspürte ich keine Lust auf eine all zu große Hetzerei und hielt meinen Puls bergauf meistens im „Wohlfühlbereich“. Nach einem Teller Spaghetti im Bölchenhaus ging es zu fünft weiter. Es war zwar noch trocken, aber die Wolken wurden so langsam immer dichter.

Aufstieg zum Belchen

In der Abfahrt nach Moutier begann es dann das erste Mal leicht zu regnen. Zwei schweizer Mitfahrer, die von hinten auf uns aufrollten, empörten sich, dass sie die zweite Hälfte der Strecke jetzt im Regen fahren müssten. Ich hatte eine eher positive Sichtweise und war eigentlich froh, dass wir zumindest die erste Hälfte der Strecke trocken geblieben waren!

Im Anstieg nach Souboz, dem eigentlichen Highlight der gesamten Strecke, zerfiel das Fahrer-Feld in Kleinstgruppen bzw. Einzelfahrer. Ich machte mich nach der Kontrolle zusammen mit Tom und Tobias auf den Weg nach Delémont wo wir uns zunächst in einem Supermarkt mit Cola und Donuts versorgten. Es war eine sehr angenehme Gruppe und wir hatten eine prima Stimmung als es dann die letzten „Wellen“ durchs Sundgau ging.

Himmelsleiter 2012

Als wir im Rheintal unten ankamen konnte ich meine Finger nicht mehr wirklich bewegen, da meine Handschuhe inzwischen komplett nass waren und die Temperaturen die ganze Zeit bei ca. 6° Grad lagen. Ich hatte zum Glück noch trockene Handschuhe in der Lenkertasche und versuchte sie bei vollem Tempo zu wechseln. Dies gestaltete sich als etwas schwierig, da mir die trockenen Handschuhe etwas zu klein und nur schwer anzuziehen sind. Was für eine Wohltat als es mir schließlich gelang und meine Finger wieder warm und beweglich wurden.

Unsere Gruppe war inzwischen auf sieben Fahrer angewachsen und Walter motivierte uns im belgischen Kreisel zu fahren. Der Kreisel war zwar nicht wirklich schneller und auch nicht bei allen Fahrern harmonisch. Er hatte aber einen großen Vorteil: Man musste die ganze Zeit konzentriert fahren und dieses öde Stück Strecke verging so zumindest gefühlt etwas schneller. Ein böig-kühler Nordwind mit leichtem Regen wehte uns dabei die ganze Zeit ins Gesicht.

Nach der letzten Kontrolle steigerte sich der Regen noch etwas und spülte uns förmlich wieder nach Freiburg. Um 20:25 Uhr waren wir dann im Ziel und die Heiz-Pilze im Augustiner waren ein beliebter Unterstand. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass die Wilden Kartoffeln im Ziel eine sehr leckere Sache sind?

Souboz im Regen

Zu meinem tiefsten Bedauern hab ich erfahren, dass einer der Mitfahrer auf dem letzten Stück nach Freiburg tödlich verunglückte. Eine Auto hatte ihn von hinten erfasst und er starb noch an der Unfallstelle. Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind bei seinen Angehörigen.

Dieser Horrorunfall lässt mich innehalten und ich frage mich ob ich es gegenüber meiner Familie verantworten kann, dass ich mich diesem erhötem Risiko für die Ausführung meines Hobbies aussetze? Weiterhin stelle ich mir die Frage was man wohl tun kann um dieses Risiko weiter zu minimieren. Im Vergleich zu der technischen Entwicklung bei den Fahrrad Frontlampen hat sich in den letzten Jahren bei den Rückleuchten fast nichts getan. Ich werde hier wohl – und wenn es auch nur zu meiner eigenen Beruhigung dient – weiter aufrüsten und ggf. mit zwei Rückleuchten fahren.

 

Track:
GPSies - 300er Brevet Freiburg 2011

Aufzeichnung:

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Responses

  1. Finde die Art, wie deine Fotos bearbeitet sind interessant. Würdest du verraten welche Einstellungen (LR?) vorgenommen wurden?
    Gruß vom Rheinland.

    p.s. Der Unfall ist schockierend und bewegt dazu mehr für die Sichtbarkeit auf den Strassen zu tun.

    • Die Bilder wurden unterwegs mit einer normalen Digicam aufgenommen (Panasonic Lumix FT2). Zuhause hab ich sie über den PC auf mein Android Smartphone übertragen und dort mit der Instagram App mit dem Filter Sutro bearbeitet (http://de.wikipedia.org/wiki/Instagram). Etwas umständlich aber ich finde die Instagram Filter sehr genial!


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