Verfasst von: dawncycling | 4. Februar 2012

Eiszeit

Die Medien haben zur Zeit fast kein anderes Thema als das Kältehoch „Cooper“. Man fragt sich fast ob die Zeitungen wohl leer wären, wenn es wärmer wär 😉

Schon lange hatte ich geplant an diesem Wochenende zum Project Pitchfork Konzert nach Karlsruhe zu radeln und mich mit zwei alten Freunden zu treffen. Also hab ich die Gelegenheit genützt um Fahrer und Material einem Kältetest zu unterziehen.

Freitag ging es Nachmittags zur wärmsten Zeit des Tages bei -5° Grad und schönstem Sonnenschein mit dem gepacktem Rad los.

Ich hatte mir extra vorher noch Bar Mitts bestellt, da die Hände bei mir in der Vergangenheit immer unbefriedigend warm gehalten wurden und ich am Ende immer steife Finger hatte. Die Bar Mitts sind aus dickem Neopren und sind in Sekunden montiert. An den Händen hatte ich dann noch leichte Winterhandschuhe (Assos Early Winter). An den Füßen hatte ich MTB Schuhe (Shimano SH-MT91) mit MyCoal Zehenwärmer. Da ich wegen den Zehenwärmer schon mal fast Brandblasen an den Füßen hatte, hab ich sie unter die Einlegesohle geklebt.

Nach der ersten Stunde hatte ich mich halbwegs an die Temperatur gewöhnt. Die Finger waren dermassen warm dass sie sogar ein wenig in den Bar Mitts schwitzte. Als ich das Rheintal in der Abenddämmerung erreichte fiel die Temperatur drastisch ab und die Finger wurden jetzt doch etwas steif und auch die Zehen wurden leicht taub. Ein warmer Tee und eine heiße Suppe brachten nach 78 KM wieder alle Körperteile auf Normaltemperatur.

Am Abend rockten die Pitchies das Substage und ich hatte eine schöne Zeit mit meinen Freunden!

Zum Glück hatte mein Freund Udo, bei dem ich übernachtet habe, kein Aussenthermometer. Ich weiß nicht ob ich mich sonst am Samstag um 8:30 Uhr wieder aufs Rad gesetzt hätte. Ich habe den Materialeinsatz im Gegensatz zur Anreise weiter erhöht: Statt einem Unterhemd hatte ich nun drei an und an den Händen hatte ich die wärmeren Röckl Handschuhe an. Die Zehenwärmer klebte ich dieses Mal oben auf die Einlegesohle.

Temperaturen unter -10° Grad haben schon was unheimliches und respekteinflößendes aber ich kam ganz gut auf Betriebstemperatur und wagte es sogar das erste mal dieses Jahr den Nordschwarzwald zu „streicheln“. Dort war es in den Tälern noch mal deutlich kälter, so dass mir sogar die feuchte Atem-Luft auf der Brille festfrohr.

Wenn ich Produkttester wäre würden die Bar Mitts von mir 10 von 10 Punkten erhalten! Sie sind so einfach zu handhaben und erzeugen ca. 10° Gard zusätzliche Wärme. Bis 0° Grad soll man laut diesem Testbericht sogar ohne Handschuhe fahren können. Ich hatte auf der Rückfahrt dank der dickeren Handschuhe keine steifen Finger und auch die Zehenwärmer funktionierten diesesmal besser. Meine Betriebstemperatur konnte ich überraschend die ganzen vier Stunden halten, war aber trotzdem froh als ich nach 92 KM wieder zu Hause war. Das Aussenthermometer zeigte zu diesem Zeitpunkt immer noch -7,5° Grad und daher wird die Durchschnittstemperatur der Tour wohl bei -10° Grad gelegen haben.

Fazit: Man kann mit dem richtigen Material und genügend Kleidungslagen auch bei -10° Grad länger radeln. Aber der Spaßfaktor ist dabei nicht wirklich vorhanden. Ich hab das mehr aus Abenteuerlust und Neugier gemacht. Als Dauerlösung werde ich bei solchen Temperaturen weiterhin den Ergometer vorziehen.

Hinweg:

Rückweg:

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Responses

  1. Respekt! Ich für meinen Teil hab ja schon unter 5 Grad nicht mehr so recht Lust draussen länger zu radeln. Der Weg zur Arbeit wird aber bei jedem Wetter durchgezogen.


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