Verfasst von: dawncycling | 3. März 2011

Pimp My Light!

Da ich gerne und viel im Dunkeln Rad fahre, ist mir eine leistungsstarke und zuverlässige Lichtanlage am Rennrad sehr wichtig. Ein Nabendynamo gehört deshalb schon lange zur Grundausstattung. Denn nur mit Dynamo-Licht muss man nicht ständig daran denken, ob die Akkus der Lampe voll sind bzw. wie lange sie wohl noch halten. Angefangen hab ich mit einer Bumm Fly LED Lampe. Diese wurde im folgenden Jahr durch eine Bumm Cyo Lampe ergänzt. Letztes Jahr hab ich dann beide Bumm Lampen durch eine einzelne Schmidt Edelux ersetzt.

Ein ungelöstes Problem war bisher stets ein gutes Dynamo-Rücklicht. Anfänglich hatte ich ein Bumm Seculite Plus Rücklicht welches nicht optimal zu befestigen war und auch nicht ansprechend ausgesehen hat. Deshalb bin ich letztes Jahr auf ein Smart Superflash Batterie Rücklicht ausgewichen. Damit stellte sich aber wieder vor jeder Dunkelheitstour die Frage, ob die Batterien noch ausreichen.

Die massiven Regen-Probleme verschiedener Edeluxe beim letztjährigen 600er Brevet in Freiburg waren dann ein weiterer Auslöser die Lichtanlage erneut aufzurüsten.

Da der Weg nur nach vorne führen kann, kam jetzt eigentlich nur noch eine Lampe von Supernova in Betracht. Supernova macht mit der E3 die momentan hellste Dynamo-Fahrradbeleuchtung und ist wie Schmidt auch „Made in Germany“. Auf Brevets trifft man diese Lampen aber noch recht selten und somit konnte ich noch keine Randonneure nach ihren Erfahrungen befragen. Aber da ja einer den Anfang damit machen muss werde ich hier meine Erfahrungen bezüglich einer Supernova-Lampe an einem Brevet-Rad publik machen.

Als erstes stellte sich mir die Frage, welche Supernova E3 Lampe die richtige für mich ist. Die E3 gibt es mit einer oder mit drei LEDs. Die E3 Triple ist eher fürs Gelände gedacht und benötigt viel Spannung damit alle drei LEDs leuchten. Da mein SONdelux Nabendynamo diese Spannungswerte erst ab höheren Geschwindigkeiten liefert hab ich mich gegen die E3 Triple entschieden. Nun stellte sich noch die Frage ob es eine StVZO konforme oder eine symmetrische Optik sein sollte. Laut Info von Supernova soll die symmetrische Optik Straßenschilder besser ausleuchten und ein homogeneres Leuchtfeld haben. Daher sollte es dann letztendlich die E3 Pro mit symmetrischer Optik und der neuen 2011er LED sein.

Dazu war das E3 Rücklicht natürlich absolute Pflicht. Vielleicht war auch dieser „Traum eines Rücklichtes“ der eigentliche Beweggrund auf Supernova Beleuchtung zu wechseln. Wenn man das Rücklicht das erste Mal live sieht bzw. in den eigenen Händen hält ist man wirklich erstaunt wie klein und hübsch es ist.

Die Lampen sind absolut hochwertig verarbeitet und sind in sehr schönen Blechdosen verpackt. So kommt schon beim auspacken der Lampen richtig Freude auf 😉

Die optimale Befestigung der Lampen am Brevet Rad ist eine „Wissenschaft für sich“ zu der jeder Randonneur seine eigene Meinung hat. Mir sind hier diese Punkte wichtig:

  • Die Frontbeleuchtung sollte an der Bremsschraube befestigt sein. Eine Befestigung auf der Rad-Achse gefällt mir nicht, da die Ausleuchtung der Straße hier nicht optimal ist und die Lampe bei jedem Ausbau des Vorderrades neu eingestellt werden muss. Bei der Befestigung an der Bremsschraube darf die Lampe aber nicht zu hoch sein, damit sie noch unter die Lenkertasche passt.
  • Das Rücklicht sollte an der Hinterbaustrebe befestigt sein. Eine Befestigung an der Sattelstütze erscheint mir nicht optimal, da man dort bei den längeren Brevets meist sein Gepäck hängen hat.

Mein erster Versuch die Frontbeleuchtung zu befestigen erfolgte mit dem Titan-Adapterblech von Supernova und dem Multimount. Dieses Titan-Adapterblech für die Bremsbefestigung bei Rennrädern hatte Supernova ganz neu entwickelt und ich war einer der ersten, der es in der Praxis erproben konnte. Da das Blech recht dünn ist und der Schwerpunkt der Lampe durch den Multimount sehr weit vorne liegt vibrierte die Lampe sehr stark bei Straßenunebenheiten. Auch Supernova hat dieses Problem erkannt und liefert das Titan-Adapterblech nun in doppelter Ausführung aus.
Ich bin aber einen anderen Weg gegangen und hab das Titan-Adapterblech und den Multimount durch den „Fleischerhaken“ der Edelux ersetzt. Diese Befestigung ist absolut robust und es wackelt nichts mehr. In meinen Augen hat diese Befestigung noch zwei weitere Vorteile: Der Schwerpunkt der Lampe liegt hier nicht so weit vorne und statt drei Schrauben, die sich lockern können, ist es hier nur eine einzige Schraube.

Beim Rücklicht hatte ich bezüglich der Befestigung zunächst größere Bedenken, die sich aber in der Praxis sehr schnell in Wohlgefallen auflösten. Ich hab das Modell zur Sattelstützen-Befestigung einfach mit einem passenden Gummiring an der Hinterbaustrebe festgemacht. Da das Rücklicht fast nichts wiegt, ist diese Befestigung absolut fest und vibrationsfrei. Supernova hat hier auch passende Gummiringe die man sicherlich beim Kauf des Rücklichtes so dazu bekommt!

Ich habe die neue Beleuchtung nun schon fast ein halbes Jahr am Rad und bin auch schon einige Stunden im Dunkeln unterwegs gewesen. Daher kann ich auch schon die spannende Frage beantworten, wie sich die Lampe bisher in der Praxis bewährt hat.

Das Lichtfeld toppt die Edelux noch mal sehr deutlich. Es ist sehr breit und auch das Nahfeld ist gut ausgeleuchtet. Das Nahfeld war bei der Edelux und den Bumm Lampen immer recht schlecht ausgeleuchtet. Dazu sind zudem auch hoch hängende Verkehrsschilder sehr gut sichtbar. Wenn man längere Zeit im Dunkeln radelt bekommt man bei ungeeigneten Lampen manchmal das Gefühl durch einen langen Tunnel zu fahren. Dieses Gefühl hatte ich mit der E3 noch nie gehabt da der Lichtteppich sehr angenehm groß ist.

Bisher hat mir auch noch kein einziges Auto signalisiert, dass ich ihn blenden würde. Mit der (StVZO konformen) Edelux ist mir das aber schon paar Mal passiert. Daher bin ich auch mit der symmetrischen Optik sehr zufrieden.

Die Leuchtkraft des E3 Rücklichtes konnte ich noch nicht richtig beurteilen, da ich bisher nur alleine im Dunkeln unterwegs war, und mir noch kein Mitfahrer sagen konnte wie hell die Lampe ist. Im Vergleich zu dem zuvor verwendeten Smart Superflash Rücklicht ist das E3 Rücklicht auf jedenfalls weniger hell. Die überholenden Autos hielten aber immer genügend Abstand. Also gehe ich mal davon aus, dass ich stets gut zu sehen war.
Ein Schwachpunkt des E3 Rücklichtes ist die seitliche Sichtbarkeit! Da die LEDs nur nach hinten gerichtet sind ist die seitliche Abstrahlung praktisch nicht vorhanden. Obwohl auf der Supernova Website zu lesen ist, dass die seitliche Sichtbarkeit schon verbessert wurde ist sie meiner Meinung nach immer noch nicht befriedigend. Mir erscheint die seitliche Sichtbarkeit aber nicht all zu wichtig zu sein und ich habe auch so ein gutes Bauchgefühl beim fahren.

Fazit: Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich (wieder) eine komplett dynamogetriebene Lichtanlage zu haben. So kann ich losfahren ohne an den Ladestand von Batterien denken zu müssen. Die Ausleuchtung der E3 Pro mit symmetrischer Optik macht das Fahren in der Dunkelheit zum Vergnügen. Und richtig schick am Rad sehen die Lampen auch noch aus 😉

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Responses

  1. Hallo,

    so einen Praxisbericht habe ich ergänzend zu dem Test in der Tour noch gesucht. Nun habe ich mir die beiden Supernova-Lampen für vorne und hinten bestellt, auf den „Zwischenschritt“ von BUMM über SON zur Supernova konnte ich damit verzichten. Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht hier!

    Ich bin gespannt, wie sich das dann in der Praxis anfühlt…

    Danke
    Christoph

  2. Vielleicht montierst du das Rücklicht lieber an der Sattelstütze um die Sichtbarkeit zu verbessern. Ein passender Adapter wird inzwischen angeboten. Danke für den Test!

    • Die Sattelstütze kommt bei mir wegen dem Gepäcktransport auf Brevets nicht in Frage – steht aber auch schon im Bericht drin 😉


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