Verfasst von: dawncycling | 13. September 2010

Wie auf Wolken in den Spessart

Schon lange mal wollte ich meinen Radstrecken-Horizont in Richtung Norden erweitern. Bis Beerfelden im Odenwald bin ich ja dieses Frühjahr schon mal gekommen, aber das Ziel sollte dieses Mal nicht der Odenwald sondern der dahinter liegende Spessart sein. Den Track dazu hatte ich schon letztes Jahr geplant und seitdem wartete er auf seine Umsetzung.

Am Freitag dem 10.09. war es dann endlich soweit. Mit meinem (Rad)Freund Stefan zusammen bin ich um kurz nach 23:00 Uhr in die schön warme Spätsommernacht gestartet. Nach einer unfreiwilligen Klettereinlage über eine gesprengte Autobahnbrücke hinter Kirchhardt arbeiteten wir uns über viele kleinen Hügel in Richtung Neckar vor. Im nachhinein muss ich einräumen, dass dies für eine Tour dieser Länge ein recht anspruchsvoller Einstieg war.

Nachdem wir den Neckar bei Hirschhorn überquert hatten sind wir auf der gesamten Strecke bis Beerfelden keinem einzigen Auto mehr begegnet. Daher erledigte sich auch die Frage, ob es wohl in Beerfelden noch eine offene Tankstelle gibt, recht schnell. Auf dem Marktplatz machten wir dann trotzdem eine kurze Pause um etwas zu essen.

Den Odenwald durchquerten wir nun in einem recht angenehmen Mix aus Flachstücken und Steigungen. Die sicherlich sehr schöne Landschaft konnte nur schemenhaft erahnt werden. Aber nachts hat man dafür ganz andere Sinnes-Wahrnehmungen wie z.B. der Duft von reichlich wachsenden Waldpilzen oder flinke Feldmäuse die im Scheinwerferlicht über die Straße huschen.

In Höchst i.O. begrüßten uns hell beleuchtete Industrieanlagen und der Track führte nun auf der Bundesstrasse in Richtung Main. Über ein paar nette Schleichwege erreichten wir um 6:00 Uhr Aschaffenburg wo die ersten Bäcker schon ihre Regale füllten. Wir nutzen die Gelegenheit um frische Backwaren für unsere geplante Pause in Haibach einzukaufen. In Haibach hab ich uns schon im Vorfeld bei einem E-Mail Freund eingeladen, den ich endlich mal real kennenlernen wollte. Danke noch mal für den leckeren Kaffee und die spontane Breitschaft so früh aufzustehen um zwei Radler zu bewirten 😀

Nach einer Stunde saßen wir wieder auf den Rädern. Inzwischen war es auch schon hell und nun wartete endlich der Spessart auf uns. Der folgende Anstieg war nicht wirklich steil, fühlte sich aber mit vollem Bauch ziemlich lang an. Bei Wertheim ereichten wir wieder mal den Main und fuhren nun ganz flach zu unserem zweiten Frühstück nach Mondfeld. Mondfeld hat für mich und viele ergo_biker eine ganz besondere Bedeutung, da im Winter jeden Dienstag um 19:30 Uhr virtuell nach Mondfeld gefahren wird.

Über Radwege fuhren wir nun das schöne Maintal bis nach Miltenberg. Inzwischen war es so warm, dass wir uns vor dem nächsten Anstieg aller langen Kleidung entledigen konnten. Dieser Anstieg bis Hesseneck war ziemlich lang und zog sich gefühlt noch viel länger. Auf der Hochebene waren wir dann ziemlich leer und fuhren nun wellig in Richtung Katzenbuckel, der höchsten Erhebung des Odenwaldes.

Da wir nun keine Lust mehr auf Höhenmeter hatten wollten wir zunächst komplett flach am Neckar zurück radeln. Da diese Streckevariante aber etwas länger als ursprünglich geplant war und die Radwege voll von Freizeitradlern waren entschieden wir uns dann aber mit dem Zug nach Hause zu fahren. Nach 300 wunderschönen Kilometern und dem Kopf voller Eindrücke endete unsere Tour somit bei einem großen Spaghetti-Eis auf einer sonnigen Terasse in Neckarelz.

Eine für mich sehr wichtige Entdeckung dieser Tour war, dass ich nach mehrjähriger Suche endlich einen Sattel gefunden habe auf dem ich keinerlei Sitzprobleme bekommen habe. Hatte ich sonst fast immer bei Touren über 10 Stunden Fahrzeit Probleme mit Furunkeln bzw. Eiter-Bobbeln unter der Haut, so war das Sitzen dieses Mal für mich ein wahres Vergnügen! Hatte ich sonst nach den Pausen einen gewissen Widerwillen mich erneut auf den Sattel zu setzen, war es dieses mal wie wenn ich mich auf Wolken setze!
Mein neuer Sattel ist der Sport Luftsattel der Sixt GmbH. Rein optisch ist er an einem Rennrad zwar ein absoluter Albtraum, wenn es aber darum geht, mal mehr als 600 Kilometer am Stück Rad zu fahren, ohne danach im Sitzbereich operiert werden zu müssen, ist mir das ziemlich egal! Außerdem wirkt das Luftpolster wie ein Dämpfer und schluckt alle kleineren Unebenheiten!

GPSies - Haibach / Mondfeld

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Responses

  1. Hi,
    wie ich lesen konnte, hat der zweite „Einkehrschwung“ auch zur Sättigung beigetragen, was ein Glück das der Anstieg dann noch etwas auf sich warten lies. Das Mondfeld ein staatlich anerkannter Erholungsort ist, war mir auch neu.

    P.S.
    Der Sattel sieht wirklich bescheiden aus, aber wenn´s hilft 😉


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